Avocado züchten und anbauen


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Anzucht

Die Avocado kann nur über ihren großen Samen vermehrt werden. Es gibt verschiedene Methoden, den Avocadokern zum Keimen zu bringen. Am sichersten ist es, den gereinigten Kern einer möglichst reifen Frucht zu nehmen und ihn leicht in ein Torfgemisch oder in spezielle Anzuchterde zu stecken. Wichtig ist dabei, dass der Avocadokern mit seiner Unterseite (dem abgeflachten Ende) in die Erde gegeben wird. Der obere Teil des Samens wird nicht mit Substrat bedeckt, sondern schaut frei heraus.

Jetzt wird die Erde gut angegossen und eine Folie kommt über das Anzuchtgefäß. Das Avocadotöpfchen kommt nun an einen hellen, aber dennoch geschützten Platz bei Temperaturen um die 25°C. Pralle Sonne verträgt der Avocado-Samen noch nicht. Nach etwa einem Monat beginnt der Avocadokern schließlich zu keimen. In der Regel zerspringt der Kern dabei in zwei Teile. Sobald der Trieb die ersten Blätter ausgebildet hat, kann die Folie entfernt werden.

Jedoch kann ein Avocadotrieb anstatt mit Pflanzensubstrat auch in Wasser herangezüchtet werden. Bei dieser Methode steckt man in die obere Hälfte des gereinigten Avocadokerns drei Zahnstocher. Dabei muss man allerdings vorsichtig sein: die Zahnstocher dürfen nicht zu tief in den Samen gesteckt werden, da er sonst zu stark beschädigt wird. Jetzt legt man den Samen auf ein bis oben hin mit Wasser gefülltes Glas. Die Zahnstocher dienen dabei als Stütze. Auch hier muss das untere Samenende ins Wasser ragen, das obere, spitze Ende schaut aus dem Glas heraus. Das Glas wird nun an einen ca. 20°C warmen, dunklen Ort gestellt. Nach einigen Wochen bildet sich schließlich ein Avocadospross.

Nun kann das Glas an einen helleren Platz gestellt werden. Die Wurzeln des Avocadotriebes müssen allerdings geschützt werden, da sie Sonnenlicht nicht aushalten. Am besten umwickelt man das Glas daher mit einem Tuch oder Alufolie. In normales Pflanzensubstrat darf man den Avocadotrieb erst dann geben, wenn sich ein Wurzelballen gebildet hat, der das ganze Glas ausfüllt. Diese Anzuchtmethode im Wasser kann durchaus funktionieren, allerdings ist es sicherer, wenn man den Avocadokern wie oben beschrieben in Erde kultiviert.

Pflege

Vor allem ältere Avocadobäume sind auf pralle Sonne angewiesen, um heranwachsen zu können. Avocados können sowohl im Zimmer, als auch im Gewächshaus kultiviert werden. Im Freien ist es den Avocados bei uns jedoch meistens zu kalt, so dass sie es nur im Hochsommer und in der prallen Sonne draußen aushalten. Auch im Winter braucht das Avocadobäumchen einen hellen Platz. Außerdem sollte die Avocadopflanze in den Wintermonaten nicht kälter als 15°C stehen, sonst verliert sie all ihre Blätter. Wie so viele exotische Pflanzen ist auch der Avocadobaum empfindlich gegen zu viel Nässe.

Deshalb sollte man der Pflanze längere Wasserpausen gönnen, so dass sie sich erholen kann. Im Winter muss der Avocadobaum auch noch mit Wasser versorgt werden, jedoch sollten die Abstände noch größer sein, als während der Vegetationsperiode. Da die Avocado nicht zu viel Wasser veträgt, sollte sie in einem mageren, durchlässigen Boden kultiviert werden. Ideal ist deshalb ein Boden mit hohem Sandgehalt. Gedüngt wird die Avocadopflanze am besten einmal im Monat mit organischem Dünger. In den Herbst- und Wintermonaten wird die Düngung eingestellt, um einen ungesunden Wuchs der Pflanze zu vermeiden.

Ernte

Avocadofrüchte entwickeln sich bei uns leider nicht, da Avocados nicht selbstbefruchtend sind. Hinzu kommt, dass die Vegetationsperiode in Europa viel zu kurz ist, so dass sich die Früchte in der kurzen Zeit niemals ausbilden könnten. In der Heimat des Avocadobaumes dauert es etwa zehn Jahre, bis er Früche trägt. Prinzipiell werden die Avocados immer im unreifen Zustand geerntet, doch die Früchte reifen schnell nach. Sobald die Früchte weich sind, können sie gegessen werden.