Granatapfel züchten und anbauen

Anzucht

Granatapfel-Bäumchen werden in der Regel über Stecklinge vermehrt. Im Frühjahr, bevor die Pflanzen neu austreiben, wird ein ca. 10 bis 20 cm langer, blattloser Seitentrieb aus einem Granatapfelbaum geschnitten. Diesen Trieb steckt man jetzt in feuchte und lockere Anzuchterde bzw. in ein Sand-Torf-Gemisch. Bei Temperaturen um die 20°C und hoher Luftfeuchtigkeit kann sich der Granatapfel-Steckling am besten entwickeln. Schon nach vier Wochen ist die Wurzelbildung möglich. Sobald der Steckling Blätter trägt, sollte dieser umgetopft werden.

Der Granatapfel-Baum kann auch über seine Samen vermehrt werden. Zu Beginn entnimmt man einem Granatapfel die Kerne und reinigt diese gründlich mit warmem Wasser. Damit sie nichts von ihrer Keimfähigkeit einbüßen, sollten die Samen sofort ausgesät werden. Dazu werden mehrere Granatapfel-Sämlinge in einen mit Torf gefüllten Topf gegeben und leicht mit Erde bedeckt. Die Erde sollte immer schön feucht sein und die Temperaturen niemals unter 20°C fallen. Die Keimung erfolgt nach etwa drei Monaten.

Sobald sich die Keimlinge gebildet haben, werden sie an einen warmen, sonnigen Platz gestellt. Die stärkste Granatapfel-Keimling wird nach etwa vier Wochen umgetopft und sollte nach wie vor schön feucht gehalten werden. Nun muss man sich in Geduld üben, da die Keimlinge nur sehr langsam heranwachsen. Allerdings dauert es nicht lange, bis sich ein verholzter Granatapfel-Stamm gebildet hat.

Pflege

Vom Frühjahr bis in den Herbst sollte das Granatapfel-Bäumchen an einen warmen und wingeschützten Ort nach draußen gestellt werden. Je größer die Pflanze ist, desto mehr Sonne verträgt sie. Im Winter, wenn die Pflanze ihre Blätter abgeworfen hat, braucht sie weder Sonne noch Wärme. Sie kann bei Temperaturen um die 5°C überwintern.

Gedüngt wird der Granatapfelbaum alle zwei bis vier Wochen mit Flüssigdünger. Die regelmäßige Nährstoffzufuhr ist nur während der Wachstumsphase nötig – also von April bis August. Im Winter kann die Düngung hingegen komplett eingestellt werden. Auch beim Gießen des Granatapfel-Baumes sollte man die Vegetationspause im Winter beachten, allerdings darf das Bäumchen nicht völlig austrocknen. Im Frühjahr, wenn die Pflanze neu austreibt, muss dann wieder regelmäßig gegossen werden, da der Granatapfelbaum während seines Wachstums auf viel Wasser angewiesen ist.

Was den Boden betrifft, ist der Granatapfelbaum eher anspruchslos: er bevorzugt einen mageren, sandigen Boden , der leicht und durchlässig ist und wenig Torf enthält. Spätestens alle zwei Jahre muss das Bäumchen in einen größeren Topf gepflanzt werden, da seine Wurzeln sehr schnell wachsen.

Ernte

Bei europäischen Temperaturen hat der Granatapfelbaum nur unter Glas oder im Zimmergewächshaus die Möglichkeit, Früchte auszubilden. Ein Tipp: ältere Granatapfel-Bäume tun sich bei uns leichter mit der Fruchtausbildung. Die Erntezeit ist für gewöhnlich im Juli. Die Reife eines Granatapfels lässt sich leicht feststellen: so muss die Schale der Frucht orangerot gefärbt und rissig sein.

Eine Nachreifung der Frucht ist nicht möglich. Hat man schließlich einen frischen Granatapfel geerntet, kann man ihn auf verschiedene Weise genießen und verarbeiten. Am Gängigsten ist das Herausglöffeln der Samen. Manche trinken auch den süßen Fruchtsaft des Granatapfels. Dazu bohrt man lediglich ein Loch in die exotische Frucht und trinkt den Saft direkt heraus.