Guave züchten und anbauen

Anzucht

Damit die Samenanzucht einer Guave gelingt, müssen die frischen Samen erst einmal gesäubert werden. Dazu legt man die Guave-Samen am besten in heißes Wasser. Hat sich das Fruchtfleisch gelöst, werden mehrere Samen auf einmal in ein Torftöpfchen gegeben und leicht mit dem Substrat bedeckt. Nun kommen die eingepflanzten Guave-Samen an einen warmen, halbschattigen Ort bei Temperaturen um die 20°C. Jetzt werden die Samen gut angegossen und anschließend mit einer Plastikfolie überzogen. Nach etwa drei Wochen beginnen die Samen zu keimen. Die kräftigsten Keimlinge werden separat in humose Erde eingetopft und an einen etwas helleren Platz gestellt.

Auch über die Stecklingsanzucht kann eine Guave vermehrt werden. Einen Guave-Steckling holt man sich am besten aus einem Botanischen Garten bzw. einem Gartencenter. Damit der Steckling austreiben kann, müssen zuerst seine Blätter entfernt werden. Allerdings sollte man dabei auf die empfindlichen Knospen aufpassen. Anschließend gibt man eine Folie über den Steckling, dann stellt man ihn schattig bei Temperaturen um die 25°C. Nach etwa einem Monat beginnt der Steckling schließlich mit der Wurzelbildung.

Pflege

Die Guave eignet sich bei uns vor allem als Zimmerpflanze. Sie hält zwar leichten Frost aus, sollte aber besser bei Temperaturen um die 10°C überwintern. Damit der Guave-Strauch die kalten Monate gut übersteht, wird er am besten in ein ungeheiztes, helles Zimmer gestellt. Auch im Sommer mag es das Guave-Bäumchen hell. Die Pflanze ist außerdem auf einen humosen Boden und Temperaturen um die 30°C angewiesen. Ein Wintergarten bzw. ein Gewächshaus ist deshalb der ideale Platz für die Pflanze. Gießen sollte man die Guave vor allem im Sommer regelmäßig und oft. Im Winter wird die Wasserzufuhr eingeschränkt, jedoch braucht die Guave auch in diesen Monaten noch genug Feuchtigkeit. Die Wasserzufuhr sollte im Winter an die Temperatur angepasst werden: je kälter es ist, desto weniger Wasser braucht die Pflanze. Während ihrer Vegetationsperiode ist die Guave auch auf eine regelmäßige Nährstoffzufuhr angewiesen, weshalb sie einmal monatlich mit Flüssigdünger versorgt werden sollte. Im Winter wird die Guave hingegen gar nicht mehr gedüngt.

Ernte

Die Guave hat keine feste Erntezeit – sie kann das ganze Jahr über reifen. Die Guave hängt lange am Strauch, bis sie geerntet werden kann. Eine ausgereifte Guave erkennt man in der Regel daran, dass sie hellgelb gefärbt ist, sich leicht zusammendrücken lässt und eine weiche Schale hat. Außerdem verströmt die gereifte Guave einen intensiven Geruch. Ein weiteres Anzeichen für die Reife der Früchte ist, dass sie von alleine abfallen. Ausgereife Guaven halten jedoch nicht lange, deshalb sollten sie entweder im Kühlschrank aufbewahrt oder sofort gegessen werden. Anders sieht es mit den importierten Guaven aus, die meist im noch noch nicht fertigen Zustand geerntet werden. Allerdings reifen die Früchte schnell nach – man muss sie nur für eine Weile bei Zimmertemperatur langern. Guaven werden in der Regel zu Gelees, Marmeladen oder Getränken verarbeitet oder konserviert. Doch auch roh kann man die Tropenfrucht genießen – dabei können sogar Schale und Kerne mitgegessen werden.