Kakao züchten und anbauen

Anzucht

Die einfachsten Methoden zur Anzucht eines Kakaobaumes stellen die Stecklingsvermehrung und das Abmoosen dar. So muss für die Vermehrung eines Stecklings lediglich ein Seitentrieb des Kakaobaumes in spezielle Stecklingserde – am besten in Quarzsand – gesteckt werden. Damit der Steckling wirklich nach wenigen Wochen zu wurzeln beginnt, bedeckt man ihn am besten mit einer Tüte und bringt ihn an einem warmen, geschützten Platz unter.

Ist man bereits im Besitz eines Kakobaumes, ist eine weitere gelungene Anzucht-Methode das Abmoosen. Damit das Abmoosen gelingt, wird an einem Trieb des Kakobaumes ein Rindenstreifen entfernt und der darunter hervorgekommene nackte Stamm mit feuchtem Moos oder Torf umwickelt. Daraus werden sich nun nach einigen Wochen Wurzeln bilden, so dass man den Trieb entfernen und eintopfen kann.

Auch die Samenanzucht des Kakaobaumes ist durchaus möglich. Allerdings sollte man dafür immer eine taufrische Kakaobohne verwenden – ist diese schon etwas älter, ist eine Keimung ausgeschlossen. Nun wird die Kakaobohne für einen Tag in warmes Wasser gelegt und anschließend in einen torfhaltigen, humosen Boden mit kaum vorhandenem Säuregehalt gegeben.

Die eingetopfte Kakobohne mag zwar warm aber schattig – vor allem der nach zwei bis vier Wochen entstandene Keimling sollte niemals der direkten Sonne ausgesetzt sein. Damit sich der junge Kakaospross gut entwickeln kann, ist vor allem hohe Luftfeuchtigkeit ein entscheidender Faktor. Damit die ca. 80 prozentige Luftfeuchtigkeit erreicht werden kann, sollte man am besten mit einem Luftbefeuchter und Wassersprühern arbeiten – natürlich erleichtert es sehr, wenn der Kakobaum unter Glas herangezüchtet wird.

Pflege

Der Kakaobaum ist auf sehr hohe Luftfeuchtigkeit, Schatten und Temperaturen um die 30° C angewiesen, um gut wachsen zu können. Selbst im Winter muss es mindestens 20° C warm sein, soll sich der Kakaobaum gut entwickeln können. Aus diesem Grund und auch wegen seiner enormen Größe muss der in den Tropen beheimatete Baum unbedingt in einem Gewächshaus angezüchtet werden.

Der Nährboden des Kakobaumes sollte nur einen geringen pH-Wert aufweisen und aus einem Torf-Humos-Quarz-Gemisch bestehen. Gedüngt wird der Kakaobaum am besten einmal im Monat – allerdings nur im Frühjahr und Sommer, also während seiner Wachstumsphase. Der Kakaobaum ist wie so viele Tropenpflanzen empfindlich gegen zu viel Wasser – er sollte lieber selten und statt dessen regelmäßig gegossen werden. Auf kalkhaltiges Wasser sollte im Idealfall völlig verzichtet werden, statt dessen empfiehlt das Gießen mit lauwarmem Regenwasser.

Ernte

Der Kakaobaum kann bei uns nur dann Früchte tragen, wenn er in einem Gewächshaus, also nicht in einer Topfkultur, aufgewachsen ist. Prinzipiell ist die Ernte der Kakaofrüchte erst im fünften Jahr nach der Aussaat des Baumes möglich. Die direkt am Stamm des Kakaobaumes wachsenden, gurkenähnlichen Früchte werden sobald sie reif sind mit einem Messer vom Baumstamm abgetrennt. Im Inneren der großen Früchte befinden sich schließlich die kleinen Kakaobohnen.

Die Kakaofrüchte sollten allerdings erst dann geerntet werden, wenn sie wirklich ausgereift sind. Während unreife Kakaofrüchte grün gefärbt sind, erkennt man die reife Frucht an ihrer gelben, braunen oder rötlichen Färbung.