Wollmispel züchten und anbauen

Anzucht

Die Wollmispel, auch Loquat genannt, wird über ihre Samen vermehrt. Um an die Samen heranzukommen, braucht man den Kern einer frischen Wollmispel-Frucht. Innerhalb dieses Kerns befinden sich die Loquat-Samen, die nun mit warmem Wasser vom Fruchtfleisch gereinigt werden müssen.

Erst wenn die Samen wieder trocken sind, dürfen sie eingepflanzt werden. Dazu müssen die Samen in bereits vorbereitete Anzuchtschalen gesetzt werden. Sie können mit Torf, spezieller Anzuchterde oder normaler Blumenerde gefüllt sein. Die Samen werden 1-2cm dick mit dem Substrat bedeckt und leicht angegossen. Jetzt stellt man die Anzuchtschalen an einen hellen, ca. 20°C warmen Platz – der prallen Sonne dürfen die Sämlinge allerdings nicht ausgesetzt werden. Nach etwa 1-2 Monaten darf man schließlich mit der Keimung rechnen.

Wenn sich die Keimlinge gebildet haben, müssen sie weiterhin hell und warm stehen. Umgetopft werden die jungen Wollmispel-Pflanzen erst dann, wenn sie das Substrat gut durchwurzelt haben.

Pflege

Die Loquat-Pflanze bevorzugt einen durchlässigen, humosen Boden. Damit der Boden locker genug ist, wird der Humus am besten mit etwas Sand vermischt. Bereits ausgewachsene Wollmispel-Bäume können auch mit tonhaltiger Erde versorgt werden. Während der Vegetationsperiode muss die Wollmispel im Zwei-Wochen-Takt gedüngt werden.

Will man der Pflanze etwas Gutes tun, versorgt man sie mit organischem Dünger. Erst im Spätsommer wird die Düngung eingestellt. Die Wollmispel darf nicht zu viel gegossen werden. Die Pflanze ist eher an Trockenheit gewöhnt und sollte deshalb zwischen den Wassergaben immer wieder austrocknen können. Ist es der Loquat doch mal zu trocken, signalisiert sie das mit dem Abwerfen ihrer Blätter. Im Winter darf die Pflanze noch weniger gegossen werden – ideal ist eine leichte Ballenfeuchtigkeit.

Vom Frühjahr bis zum ersten Frost kann man die Pflanze ruhig in den Garten stellen. Da sie es sonnig und warm mag, kommt sie am besten an einem möglichst sonnenbeschienenen Platz. Allerdings muss sie vor zu viel Regen und Wind geschützt werden. Da die Loquat kaum frostresistent ist, übersteht sie unsere Wintermonate nur in einem kühlen, hellen Zimmer.

Die Temperaturen dürfen maximal 10°C hoch sein. Selbstverständlich kann die Loquat auch als Zimmerpflanze kultiviert werden – wichtig ist hierbei allerdings eine gute Durchlüftung, da die Pflanze sensibel auf zu trockene Luft reagiert. Um den regelmäßigen Luftaustausch gewährleisten zu können, sollte man sich deshalb mit einem Aktivkohlefilter ausstatten.

Ernte

Erst fünf Jahre nach der Aussaat kann man mit der ersten Blüte der Wollmispel-Bäumchen rechnen. Vom Frühjahr bis hinein in den Juni können die Loquat-Früchte geerntet werden. Wichtig ist allerdings, dass man die Früchte nur im vollreifen Zustand pflückt – sie reifen nämlich nicht nach. Erkennen kann man die ausgereiften Wollmispeln an ihrer gelb-orangen Färbung und an den braunen Flecken auf ihrer Schale.

Loquats können sowohl roh als auch zu Marmeladen oder Kompotts verarbeitet genossen werden. Die Loquat hat einen süßen, leicht säuerlichen Geschmack – extrem sauer schmeckt die Wollmispel im noch unreifen Zustand.