Vanille züchten und anbauen

Anzucht

Die Vanillepflanze lässt sich ausschließlich über Stecklinge vermehren. Vanillestecklinge bzw. Vanillepflanzen sind allerdings nicht leicht zu bekommen – am besten wendet man sich an einen botanischen Garten oder eine Orchideenzüchterei. Auch in Baumärkten oder Gartenfachgeschäften werden manchmal Vanillepflanzen oder -stecklinge angeboten. Am leichtesten ist die Anzucht der Pflanze, wenn man bereits im Besitz einer Vanillestaude ist. In diesem Fall muss man lediglich einen 40 cm langen Kopftrieb aus der Vanillepflanze herausschneiden und die untere Hälfte entblättern.

Damit die Stecklingsvermehrung der Vanillepflanze möglich ist, steckt man die blattlose Hälfte des Stecklings in einen Topf und bedeckt ihn ca. 1 cm mit Erde. Die beblätterte Hälfte des Vanillestecklings muss nun an einer Kletterhilfe befestigt werden. Jetzt wird das Substrat leicht angegossen und mit einer Folie überstülpt. Damit der Vanillesteckling Wurzeln ausbildet, braucht er es schattig und warm bei Temperaturen um die 25° C. Hat sich schließlich nach etwa einem Monat ein neuer Austrieb gebildet, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Wurzelbildung der Vanille eingesetzt hat.

Pflege

Da die Vanillepflanze ein Tropengewächs ist, ist sie auf hohe Temperaturen und Halbschatten angewiesen. Außerdem braucht die Vanillestaude eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb Zimmerhaltung gerade in den Wintermonaten ausgeschlossen ist. Am besten bringt man das Vanillegewächs in einem Warmhaus unter. Wichtig ist, dass man künstlich Luftfeuchtigkeit erzeugt, beispielsweise durch Besprühen der Blätter oder Belüftungseinrichtungen wie Aktivkohlefiltern.

Gegossen wird die Vanille nur mit lauwarmem, entkalktem Wasser – ideal ist das Gießen mit Regenwasser. Zwischen den Wassergaben muss die Erde immer wieder trocknen können, da die Vanille auf zu viel Wasser empfindlich reagiert. Während der Frühlings- und Sommermonate wird die Vanillepflanze einmal im Monat gedüngt. Ideales Düngemittel ist ein spezieller Orchideendünger. Auch natürliche Dünger können eingesetzt werden – wichtig ist vor allem, dass man wegen des hohen Salzgehaltes auf mineralische Düngemittel verzichtet. Auch das Substrat der Vanillepflanze entscheidet über ihr Wachstum.

Am besten eignet sich ein Orchideen-Nährboden, der bröckelig, locker und somit luftdurchlässig ist. Nun noch ein paar Worte zur Vanillepflege während der Wintermonate: Der Wurzelballen der Vanillestaude sollte nur leicht feucht sein, das heißt, die Wasserzufuhr muss während des Winters stark eingeschränkt werden. Gedüngt wird während der Wintermonate auch nicht mehr – außerdem sind Temperaturen um die 15°C ideal für die Überwinterung der Vanillestaude.

Ernte

Erst im dritten Jahr nach der Anzucht der Vanillepflanze kann mit Blüten- und Fruchtbildung gerechnet werden. Haben sich Vanilleschoten bzw. Vanillekapseln gebildet, muss man sie vor ihrer Reife ernten – also im noch gelbgrünen Zustand, bevor sie aufplatzen.

Damit die Vanillekapseln ihren typisch süßlichen Geschmack entwickeln können, müssen sie erst entsprechend durch Schwarzbräunung und Fermentation bearbeitet werden. Fertig verarbeitet sind die Vanillekapseln wesentlich kleiner, schwarzbraun gefärbt und stark duftend. Bei guter Pflege kann eine Vanillestaude über sechs Jahre hinweg Vanilleschoten ausbilden.