Zuckerrohr züchten und anbauen

Anzucht

Zuckerrohr wird vegetativ, also über Stecklinge, vermehrt. Man gewinnt einen Zuckerrohr-Steckling, indem man aus einem Zuckerrohrhalm ein Stück herausschneidet. Das Halmstück sollte möglichst weit unten abgeschnitten werden und mindestens einen Knoten enthalten. Der Knoten, auch Auge genannt, ist deshalb so wichtig, weil sich aus ihm später ein neuer Zuckerrohrtrieb entwickelt.

Den Zuckerrohr-Steckling legt man nun auf einen mit angefeuchteter Stecklingserde gefüllten Blumentopf und bedeckt ihn leicht mit Erde. Damit künstlich Luftfeuchtigkeit geschaffen wird, kommt eine Folie über den Topf. Außerdem braucht es der Steckling warm und hell bei Temperaturen zwischen 25 und 30°C. Nach zwei bis vier Wochen werden sich die Wurzeln gebildet haben und aus dem Auge des Zuckerrohrs entwickelt sich der Trieb. Der Zuckerrohr-Keimling braucht es nun weiterhin warm, hell und feucht und wird bereits nach etwa vier Monaten ausgewachsen sein.

Pflege

Die Zuckerrohr-Pflanze hat eigentlich nur dann eine Chance, bei uns heranzuwachsen, wenn sie unter Glas gehalten wird. Schließlich ist Zuckerrohr an tropische und subtropische Temperaturen gewöhnt – das heißt, die Pflanze braucht es warm, hell (sie kann ruhig dem prallen Sonnenlicht ausgesetzt werden) und feucht. Während der Wachstumsphase ist das Zuckerrohr auf Temperaturen um die 28° C angewiesen. Im Winter verträgt die Zuckerrohrpflanze auch weniger Wärme – 15° C dürfen allerdings nicht unterschritten werden.

Gießen sollte man das Zuckerrohr regelmäßig und viel – am besten macht man die Wassermenge von der Temperatur abhängig. Auch hier gilt: am besten mit Regenwasser gießen – so können schädliche Salz- und Kalkablagerungen vermieden werden. Im Winter reicht es schließlich aus, wenn der Wurzelballen leicht feucht gehalten wird. Ebenso wie beim Gießen kann man auch mit der Nährstoffzufuhr großzügig sein. Spätestens alle zwei Wochen braucht das Zuckerrohr einen Dungguss. Der Nährboden des Zuckerrohrs ist dagegen relativ anspruchslos – er kann ruhig aus Einheitserde bestehen, vielleicht mit etwas Humos versehen. Wichtig ist bloß, dass der Boden luft- und wasserdurchlässig ist.

Ernte

In unseren Breitengraden gelingt es dem Zuckerrohr in der Regel nicht, Zucker auszubilden. In den tropischen Ländern, in denen der Zuckerrohr beheimatet ist – beispielsweise in Brasilien und Indien – gibt es zahlreiche Zuckerrohrfelder, die einmal im Jahr geerntet werden.

Die Pflanze wird vielerorts sogar noch per Hand geerntet. Je nach Reifegrad werden die Halme direkt über dem Boden mit einer Machete abgeschnitten. Bereits nach 12 Monaten ist eine erneute Ernte des schnell nachwachsenden Zuckerrohrs möglich.