Schädlingsbefall in der Pflanzung

Der Irrglaube, daß die eigenen Pflanzen nie von Schädlingen heimgesucht werden, ist leider noch weiter verbreitet als gut ist. Generell gilt, daß ein Schädlingsbefall vor allem dann entstehe, wenn das Klima in der Pflanzenzucht nicht richtig eingestellt ist. Das heißt vorbeugen ist besser als das Nachsehen zu haben. Hier ein paar Infos zum Umgang mit Schädlingsbefall.

Wie schon angemerkt, ist es ein Irrglaube zu glauben, daß die eigenen Pflanzenzucht auf immer von Schädlingsbefall verschont bleiben wird. Wir können aber viel tun um den Schädlingsbefall im Rahmen zu halten, bzw. am besten dem Befall vorzubeugen. Generell gilt jedoch - wo Pflanzen sind, sind auch Schädlinge die sich von diesen Pflanzen ernähren. Unsere Hauptfeinde sind: Blattläuse, Fruchtfliegenlarven, Spinnmilben, Thripse und weiße Fliegen.

Vorüberlegungen - und das falsche Abwarten


Da Schädlinge niemals vom "Himmel fallen", sondern es sich auf Grund der Umstände oder Nachlässigkeiten in unserem Anbauraum bequem machen, gilt es hier anzupacken.
Vorsorge ist hier erste Pflicht des Pflanzenliebhabers. Die Pflanze selber wird im Growraum vor allem mit Blattläusen, Fruchtfliegenlarven, Spinnmilben, Thripse und weißen Fliegen zu tun bekommmen. Diese Schädlinge sind gut im Vorfeld zu bekämpfen.
Und im Vorfeld bekämpft heißt Geld und Nerven gespart. Und dies ist relativ einfach. Wenn man bei der Planung des Raumes und des Luftsystems einige Regeln beherzigt:

  • 1. Nur Öffnungen für Zuluft und Abluft lassen
  • 2. Alle Öffnungen mit Gitter und Fließ verschließen, denn nirgends kommen Insekten in den Raum als über so große Öffnungen.
  • 3. Alle Risse und Fußbodenleisten mit Dichtmasse und/oder Klebeband verschließen.

Wenn man diese Punkte beherzigt, hat man schon einen Teil seiner Nerven eingespart, denn von dieser Seite droht nun im Prinzip keine Gefahr mehr.

Ein wunder Punkt bleibt natürlich, das ist die Tür, durch die man den Anbauraum betritt. Mit jedem Eintreten öffnet man die Tür sperangelweit für Schädlingsbefall, daher nur so oft wie nötig und so selten wie möglich im Raum vorbeischauen, auch wenn die Neugier starkt ist :-) .

Alle diese Maßnahmen sind vorbeugend und ersparen einem später viel Aufregung und vor allem viel Geld, denn Schädlingsbekämpfung kostet Geld und trotz des Einsatzes von Gift kann die ganze Erte verloren sein.

Klimabeherrschung in der Pflanzenzucht


Das Klima in der Pflanzenzucht sollte sich immer an einem guten Mittelwert orientieren. Nie zu heiß, nie zu kalt, nie zu feucht und nie zu trocken. Extreme bedeuten immer, daß es Schädlinge gibt die sich besonders wohl fühlen. Wenn man Bei der Luftfeuchtigkeit einen Wert von ca. 50% einhält und die Temperatur um die 25°C hält in der Beleuchtungsphase und in der Dunkelphase bei ca. 17°C-22°C, dann hat man ein Klima geschaffen, welches ideal für die Pflanzen ist, aber den Schädlingen nicht die optimalen Bedingungen zur Verfügung stelle.

Sauberkeit in der Pflanzenzucht


Im Anbauraum sollten man immer kranke Pflanzen absondern, heruntergefallene Blätter und Pflanzenmaterial umgehend entsorgen und bei allen Gerätschaften mit denen man hier arbeitet auf peinliche Sauberkeit achten, denn nirgends bilden sich schneller Krankheitsherde als bei verdreckten Räumlichkeiten und Arbeitsmaterialien.

Umsetzen der Pflanzen


Meistens werden die Stecklinge in einem anderen Raum gezogen als in dem die Pflanzen später zum Blühen gebracht werden. Daher ist beim Umsetzen der Pflanzen, bzw. beim Einbringen der Pflanzen in den Blühraum genauestens darauf zu achten, daß die Pflanzen nicht mit Schädlingen versucht sind. Auch der Wurzelballen sollte genauestens untersucht werden. Im Zweifelsfall eher auf eine Pflanze verzichten, bzw. in Quarantäne setzen, als den Erfolg der ganzen Zucht auf das Spiel zu setzen.
Wenn man zum Schluß gekommen ist, daß die Pflanzen wirklich schädlingsfrei sind duscht man die Pflanzen noch leicht unter warmem Wasser ab und stellt sie dann in den Aufzuchtraum. Die Dusche dient dem Abspülen von vielleicht übersehenen Pflanzen und beseitigt Schmutz und Ablagerungen von den Blättern.

Frühwarnsystem für Schädlinge in der Pflanzenzucht


Geld- oder Blautafeln bekämpfen weniger die Schädlinge, als das sie dem Grower einen Hinweis auf einem Schädlingsbefall geben. Kleben an den Leimfallen Schädlinge, muß die ganze Plantage genauestens untersucht werden, denn oftmals hat sich ein Schädling schon "ordentlich" eingerichtet.
Generell braucht man blaue und gelbe Leimtafeln. An den gelben Tafeln bleiben vor allem Fruchtfliegen und an den blauen Tafeln Thripse hängen und verenden. Daher immer beiden Tafelfarben einsetzen. Sie können sehr lange genutzt werden und kosten nur sehr wenig.

Weiteres Vorgehen nach dem man einen Befall festgestellt hat


Stellt man Fruchtfliegen fest, sollte man sich im Gartenfachgeschäft Nemathoden besorgen. Diese Art von Fadenwurm ist für den Menschen wie für die Pfllanzen vollkommen unschädlich, jedoch töten sie, auf das Substrat aufgebracht durch Gießen, die Larven der Fruchtfliege die die Wurzeln der Pflanzen befallen und diese auf die Dauer zerstören. Mit dem Einsatz von Nemathoden sollte sich das Problem relativ schnell erledigt haben, zumal man die Fruchtfliegen, selber unschädlich für die Pflanzen, mit den Klebefallen unter Kontrolle hält.
Wenn sich jedoch Thripse auf den blauen Klebetafeln feststellt, dann wird es etwas anspruchsvoller. Die Diagnose, ob es sich um Thripse handelt kann man z.B. auch schon vor dem Leimfallenfund treffen. Wenn einem schleimig, silbrige Spuren auf den Blättern auffallen, dann handelt es sich wahrscheinlich um Thripse.
Es bieten sich jetzt zwei Möglichkeiten der Bekämpfung an. Erstens sollte man erwägen Raubmilben bzw. Raubwanzen aus dem Fachhandel zu kaufen. Diese vertilgen Thripse sehr zuverlässig.
Von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln ist eher abzuraten, dann das was die Thripse tötet, kann auch dem Konsumenten gefährlich werden.
Produkte auf Neem-Öl Basis haben sich jedoch gut bewährt und können ohne Bedenken an den Pflanzen angewandt werden.
Diese Neem-Öl Produkte sind auch sehr wirksam geben die Weiße Fliege die sich mit Vorliebe an der Unterseite der Blätter findet und den Blättern Saft entzieht. Diese Schädlinge erkennt man relativ gut an den weißen Punkten die sich auf den Blättern bildern.
Wenn der Befall mit Weißen Fliegen zu stark ist, empfielt es sich die befallen Blätter ganz zu entsorgen und zu verbrennen, denn die stark befallenen Blätter werden sich nicht mehr erholen und schädigen die Pflanze langfristig.
Blattläuse zu bekämpfen ist wieder relativ einfach. Erstens treten sie weniger häufig als Thripse und Weiße Fliegen auf, und zweitens sind Spritzmittel auf Rapsölbasis oder Produkte mit natürlichen Salzen aus dem Fachhandel sehr hilfreich.
In der Anfangsphase eines Blattlausbefalls kann man die Blattläuse auch durchaus mit der Hand ablesen, bzw. mit einer weichen Bürste entfernen.
Eines der am häufigsten auftretenden Schädlingsbilder ist die Spinnmilbe. Leider gehören sie auch zu den hartnäckigsten Schädlingen. Alle Milben sind generell gefährliche, da sehr hartnäckige, Schädlinge.
Das Erkennen eines Spinnmilbenbefalls in der Anfangszeit ist relativ schwierig, da die Milben und die Eier sehr klein sind. Am ehesten erkennt man die kleinen Netze die die Spinnmilben in den Triebspitzen oder den Blattachseln hinterlassen. Wenn man die Pflanze mit Wasser besprüht kann man die Tropfen in den Netzen sehen. Noch ein weiteres Symptom für Milbembefall sind trockene und matte Blätter, da die Milben winzige Gänge in die Blätter fressen und ihnen so den Lebenssaft entziehen.
Sobald man solch einen Befall feststellt, sollte man umgehend handeln.
Wenn die Pflanze noch nicht in der Blüte ist, kann man noch mit Schädlingsbekämpfungsmitteln wie Neem Produkten oder pflanzliche Gifte wie Phyretrum verwenden. Jedoch werden diese nie die ganze Plage ausrotten. Zusätzlich muß man sich noch die kleine rote Raubmilbe besorgen. Diese wird auf der ganzen Plantage verteilt. Dummerweise dauert es etwas länger, bis die Raubmilbe mit der Spinnmilbe aufgeräumt hat - da heißt es nicht ungeduldig werden.
Exkursion Gifteinsatz: Gerade in der Blütephase darf man auf keinen Fall Chemie oder starke Gifte die auch die Menschen gefährlich werden, einsetzen, denn man besprüht oder besser verseucht auch das was man später einmal essen möchte!