Hanfanbau durch Stecklinge: Überlegungen

Wer sich überlegt mit Stecklingen zu arbeiten, der hat sich ein längeres Projekt vorgenommen, denn der Aufwand lohnt sich nur, wenn man wirklich länger anbauen will und auch bereit ist mehr Zeit zu investieren am Anfang. Dieser Aufwand zahlt sich später zwar mehrfach aus, aber erst nach ein paar Perioden.

Vorüberlegungen zu Hanfstecklingen

Die Arbeit mit Stecklingen ist im Vergleich zum arbeiten mit Samen fast als Quantensprung zu bezeichnen. Dies allerdings auch nur wenn man bereit ist sich mit dem Thema Cannabis eingehender zu beschäftigen.

Gelegenheitsanbauer
Diese sollten von Stecklingen eher die Finger lassen, es sei denn, sie machen das als Versuch, einfach aus den gekauften Samen mehr rauszuholen. Sie schneiden also von all ihren Pflanzen Stecklinge und sortieren die Männlichen nach Einsetzen der Blüte aus. (Markieren der Stecklingen und Mutterpflanzen nicht vergessen!)
Hierbei muss man sich nicht mit Mutterpflanzen rumschlagen und kann sozusagen ein zweites Mal ernten ohne nochmal Saatgut zu kaufen.
Dies Verfahren ist jedoch nicht oft durchführbar, denn die Pflanzenlinien sind nicht stabil genug.
Im Gegensatz zu dem "normalen Vorgehen" hat man hier keine Urmutterpflanze, sondern jede Generation dient wieder als Mutterpflanze und das schlägt negativ auf die Eigenschaften der nächsten Generation durch.

Zeit
Stecklinge und Mutterpflanzen verlangen dauernde Aufmerksamkeit. Wer jedes Jahr 3 Monate in den Urlaub fährt, der sollte von der Stecklingszucht absehen.
Ernteproblem
Auch die Ernte selber kann zum Problem werden. Sicher schmeißt man einmal gezogene Stecklinge nicht weg, daher wird man "leider" am laufenden Band ernten.
Das kann zur paradoxen Situation führen, dass man immer mehr Cannabisprodukte im Haus hat. Hört sich an sich gut an, aber irgendwo muss man das Zeug unterbringen und verschenken kann man so viel auch nicht, denn das fällt auf und kann zu Problemen mit der Obrigkeit führen.

Öffentliches Auftreten
So kommen wir zu einer weiteren Grundregel. Wer so professionell züchtet, der sollte in der Öffentlichkeit immer darauf achten, dass er nicht mit der Obrigkeit in Probleme verwickelt ist. Rechnungen immer pünktlich zahlen, keine fetten Partys, kein Dauergrasgestank vor der eigenen Haustür, von der Hanfparade hält man sich am besten fern und in der Öffentlichkeit Kiffen ist das dümmste was man machen kann. Auch wer schon x mal Ärger mit der Polizei hatte, bzw. schon Drogendelikte hatte, der sollte sich das gut überlegen, ob er mit so etwas wie Hanfzucht wirklich anfangen will.

Warum? Wenn man in der Öffentlichkeit auffällt, dann kann das schnell dazu führen, dass man Probleme mit der Staatsmacht bekommt und bei Drogendelikten kommen die gerne zu einem Hausbesuch vorbei und das bedeutet dann richtigen Ärger.
Special Amtsbesuche: Wer Sozialhilfe bezieht oder des öfteren vom Gerichtsvollzieher besucht wird, der braucht garnicht erst anzufangen, denn die Leute vom Amt kommen unangemeldet vorbei und schauen sich in der Wohnung um, und das kann nicht gut gehen.

Strom und Kosten
Wer zwei Räume beleuchten muss, der hat eine enorm hohe Stromrechnung am Monatsende zu zahlen. Erstens sollte man sofort auf einen Nachtstromzähler bei den Stadtwerken dringen (Elektrospeicherofen oder ähnliches als Grund angeben).
Zu bedenken gebe ich dabei allerdings noch, dass auch in Phasen, wo keinerlei Anbau geplant ist, die Mutterpflanzen weiter beleuchtet werden müssen, und das am besten mit 400 Watt Natriumdampflampen.
Das kostet ca. 40 Euro bei 18 Stunden Licht und einer 400 Watt Lampe