Systeme für die hydroponische Pflanzenzucht.

Moderne Zeiten sind kompliziert! Früher unterschied der Bauer zwischen guter und schlechter Erde, die Nomenklatur der Substrat- bzw. Wuchmedienkunde war ihm jedoch weitestgehend fremd und Technologien wie der Anbau auf Cocossubstrat, Blähton, Perlite oder schlicht die Verwendung von aeroponischen oder hydroponischen Systemen schlicht noch Zukunftsmusik. Vor allem in den letzten Jahrzehnten hat sich da allerdings einiges getan und in erster Linie der Anbau mit Mitteln der Hydrotechnik findet eine ständig wachsende Fangemeinde.

Hydroponik


Blähton

Bei der hydroponischen Pflanzenzucht kommt keine Erde zum Einsatz. Die Funktion des Wuchsmediums wird meist von Blähtonkugeln, Kies oder Perlite übernommen, die im Gegensatz zu herkömmlicher Erde anorganisch sind und keine Abgabe von Nährstoffen leisten, sondern lediglich für den Wurzelhalt benötigt werden. Die Zufuhr von Nährstoffen muss an diesen Umstand angepasst werden, da normale Pflanzendünger nicht die nötige Leistung erziehlen und der Einsatz spezieller Düngemittel (Hydrokulturdünger) nötig ist.




Im Allgemeinen weisen hydroponische System im Gegensatz zu klassischen Bodenkulturen drei entscheidende Vorteile auf:

  • geringerer Gießwasserbedarf, da die Pflanzen sowieso ständig mit Wasser in Verbindung sind.
  • geringere Anfälligkeit für Schädlingsbefall
  • seltener Bedarf des Umtopfens – die Wurzelbildung fällt nicht so massiv aus.

Systeme für Hydrokulturen


Netztopf

Zu Unterscheiden sind zwei Grundformen des hydroponischen Anbaus. Zum einem die sogenannte Nutrient Film Technique (NFT), eine Nährstoffilmlösung, die auf ein Rohrsystem (oder eine ähnliche Art Kanalsystem) basiert, das durch seine leichte Neigung ständig von Wasser bzw. der Nährstofflösung durchflossen wird. Der Vorteil liegt in der leichten Zugänglichkeit (was vor allem bei der Ernte die Arbeit deutlich erleichtert). Allerdings sollte man acht geben, daß der Rohrdurchmesser der zu erwartenden Wurzelgröße gerecht wird, um ein Verstopfen des Kanals zu verhindern und auch die Länge des Kanals spielt eine große Rolle: Pflanzen am Ende der “Leitung” bekommen häufig weniger Nährstoffe ab und zeigen dadurch häufig eine weniger stark ausgeprägte Entwicklung. Der Einsatz der Pflanzen in des Rohrsystem erfolgt über sogenannte Netztöpfe.



einfache Deep Water Culture

Das andere relevante Zuchtsystem auf hydroponischer Basis nennt sich Deep Water Culture (DWC). Hierbei werden die gleichen Netztöpfe verwendet, wie bei der NFT, allerdings erfolgt der Einsatz in eine stehende, nicht fließende Wasserumgebung, was eine ständige Zufuhr von Frischluft erfordert um ein gesundes Pflanzenwachstum zu gewährleisten.



WILMA-System

Auch Systeme für den Heim- oder Hobbygebrauch basieren im Wesentlichen auf einem der beiden Grundprinzipien, allerdings sind die Ausführungen aus kostengründen oftmals eher rudimentär gehalten und bieten zwar die wichtigen Funktionen (und damit auch alle Vorteile der Hydrotechnik), oftmals aber leider eine etwas reduzierte Optik.